Pressestimmen
Man sieht die Freude am Spiel
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Lebhaftes Treiben herrscht im Foyer der Musikschule, Schüler aller Altersklassen warten auf ihren Auftritt oder haben ihn schon gemeistert: Der ganze Samstag gehört dem Musikschul-Wettbewerb, bei dem es einiges zu gewinnen gibt – Anerkennung, vom Musikschul-Förderverein gestiftete Preise und die Teilnahme am Preisträgerkonzert. Und viel zu entdecken: die Freude an der Musik und am Auftritt vor Publikum. Ein wenig aufgeregt ist die Stimmung, still konzentriert oder auch fröhlich. 114 Musik-Eleven nehmen teil, verteilt über den ganzen Tag und zwei Räume, Studio und großer Unterrichtsraum. Das Publikum ist dünn besetzt, seine Stelle nimmt ausnahmsweise eine dreiköpfige Jury ein. Die Musiker präsentieren sich solistisch mit ihrem Instrument oder treten als Kammermusik-Ensemble auf.
Im Studio ist Maghilmadhi Karthik an der Reihe, auf der Geige vollführt sie gekonnt einen temperamentvollen „Mückentanz“ von Andrea Holzer-Rhomberg. Begleitet wird sie von Lukas Saalfrank, der gemeinsam mit Harald Streicher die Begleitung auf dem Klavier sicherstellt. Es folgt ein Solo auf dem Horn: Mathilda Zerbe spielt ein Stück von Forrest Buchtel namens „Solitude“, auch bei ihr kommt die Essenz des Stückes schön zum Ausdruck, wird innere Bewegung spürbar. Timo Schill legt ein flottes Trompetensolo hin, zwei Stücke von Harald Sowa, dann ist erst einmal Beratungspause für die Jury.
Drei Musikschulpädagogen haben die Vorträge verfolgt und beraten sich über ihre Wertungen. Draußen herrscht derweil ein Kommen und Gehen, die Beiträge sind streng getaktet, was bei der Anzahl der Preisaspiranten auch nötig ist. Die Juroren, insgesamt sechs für die beiden Räume, kommen von außerhalb, sind sehr angetan und auch angenehm erstaunt über das, was ihnen hier geboten wird. „Die Schüler sind toll vorbereitet“, lobt eine Jurorin; „und sie spielen ganz locker“, hat die andere beobachtet. „Man sieht, dass sie Freude haben am Spiel.“
Darauf kann Ulrike Goldau, Leiterin der Musikschule, stolz sein, zumal der Wettbewerb der Einzige dieser Art weit und breit ist. Alle drei Jahre findet er statt, erläutert sie. Rund 1500 Musikschüler sind aktuell zu verzeichnen, viele in der Früherziehung, so dass die Teilnehmerzahl von 114 in den Altersklassen darüber doch recht stattlich ist. Goldau zählt die Gründe auf, warum der Wettbewerb so beliebt ist – und warum sie ihn so wichtig findet: Es ist vor allem die Motivation der Schüler, die so gefördert wird, was ja auch die Juroren beobachtet haben. Ein häufiges Vorspiel sei außerdem sehr förderlich für die musikalische Weiterentwicklung.
Ein Aspekt steht ebenfalls auf der Agenda: Es ist eine gute Gelegenheit, Talente zu entdecken. Wenn man mal hineingehorcht hat, dann hat man den Eindruck: Dafür gibt es einen reichen Fundus innerhalb eines erstaunlich vielfältigen Musizierspektrums. Die Jury dürfte es nicht leicht gehabt haben, daraus die Teilnehmer für das Preisträgerkonzert in der Kreissparkasse am 20. März auszuwählen. Das Ergebnis ist sehr beachtlich: 55 erste Preise, 19 zweite und zwei dritte Preise konnten in allen Instrumentenklassen errungen werden.
Gäubote, 10.03.2026
Gabriele Pfaus-Schiller