Pressestimmen

„Tolle Übung“ für die Bühnenperformance

Eine Geigerin spielt leidenschaftlich während des Konzerts, während der Pianist konzentriert begleitet.
Anita Dreier strebt ein Violinstipendium an – und gab Bach sowie Mozart zum Besten. GB-Foto: Holom

Mit Werken von Bach, Mozart oder auch Chopin erfreuten angehende Violin-Stipendiaten und angehende Musikstudenten Zuhörer und Jury bei einem Konzertvorspiel. Musikschulleiterin Ulrike Goldau stellte der Jury und den Zuhörern kurz die jungen Musiker vor – doch das Vorspiel stand im Fokus. Zuerst gab Anita Dreier an der Violine eine Partita von Johann Sebastian Bach mit meditativ-getragenen Rhythmen. Es folgte ein Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Violinkonzert G-Dur“, das die junge Musikerin begeisternd meisterte. Die erst 14-Jährige möchte gerne ein Violinstipendium erhalten und bewarb sich mit ihrem Vorspiel darum. Bestimmt und energisch gab sie den Mozart, einfühlsam und variationsreich den Bach.

Am Flügel brillierte der 18-jährige Simeon Löffler. Er interpretierte hervorragend die Fantasie in d-Moll von Mozart und gestaltete kreativ einige Passagen des Stücks. Ganz anders dann der Walzer in a-Moll von Frederic Chopin, den der junge Pianist fließend und ruhig interpretierte. Er drückte das Hin- und Hergerissensein zwischen Realität und Traum musikalisch aus. An der Klarinette reüssierte Julia Haarer – sie hatte das Klarinettenkonzert in A-Dur von Mozart ausgesucht, spielte daraus den zweiten Satz, ein wundervoll weiches Adagio. Anschließend folgte noch ein Concertino von Carl Maria von Weber – ausdrucksstark und mit dramatischen Akzenten. Beim Instrumentenkarussell verliebte sich die junge Musikerin in die Klarinette, die jetzt Schulmusik, Physik und Mathematik studiert.

Erst zwölf Jahre alt ist Ruben Dan – er gab überzeugend eine Sonate von Johann Sebastian Bach wieder, die geistreich interpretiert wurde. Anschließend spielte er „Les Folies d’Espagne“ von Marin Marais – stark rhythmisierte Passagen und galoppierende Läufe prägen das Stück. Selbst rascheste Läufe bewältigte Ruben Dan bravourös. Tim Schulze zeigte am Vibrafon und am Schlagzeug, was mit Percussion machbar ist – er interpretierte den Jazz-Standard „Caravan“ von Juan Tizol und Duke Ellington sowie zeitgenössische Werke. Hannah Burose brillierte gleich auf zwei Blockflöten – sie gab „Mosaik“ von Hans-Jürgen Hufeisen. Am Klavier begleitet wurden Streicher und auch Blockflöte von Michael Dan, Lukas Saalfrank und Harald Streicher.

Tim Schulze ist erst 14 Jahre alt und war erstmals beim Konzertvorspiel dabei. „Man wird von der Musikschule auf dem musikalischen Weg begleitet und gefördert. Die Auftritte sind eine tolle Übung für Bühnenperformance“, sagte er. Im Anschluss an das jurierte Vorspiel gab es noch ein Gespräch zwischen Juroren und Stipendiaten.

Gäubote, 18.07.2026

Angela Baum